Einordnung

Alle drei Plattformen lösen dieselbe Grundaufgabe: Systeme verbinden, ohne dass jemand für jede Verbindung eigenen Code schreibt. Auslöser (z. B. neue E-Mail, neuer Datensatz) starten eine Kette von Aktionen (z. B. Auftrag anlegen, Nachricht senden, Tabelle aktualisieren). Der Unterschied liegt in Zielgruppe, Betriebsmodell und Preisstruktur.

Zapier war der Pionier für einfache Automatisierungen zwischen Cloud-Tools und ist bis heute stark für unkomplizierte Ein-Schritt-Verknüpfungen. Make (früher Integromat) bietet eine visuellere, etwas mächtigere Oberfläche für verzweigte Szenarien. n8n ist Open Source, self-hostbar und richtet sich stärker an technisch versierte Teams oder Agenturen, die komplexe, mehrstufige Workflows bauen und dabei die Kontrolle über die Infrastruktur behalten wollen.

Vergleichstabelle

Kriteriumn8nZapierMake
Kosten bei Skalierungplanbar bei Self-Hosting, sonst nach Ausführungensteigt spürbar mit Anzahl der „Tasks”/Monatsteigt mit „Operationen”/Monat, oft günstiger als Zapier
DSGVO/Datenhoheitvolle Kontrolle bei Self-Hosting, Daten bleiben im HausVerarbeitung auf US-Anbieter-Servern (EU-Region teils verfügbar)Verarbeitung auf Anbieter-Servern (EU-Region verfügbar)
WartungUpdates und Serverbetrieb bei Self-Hosting in eigener Verantwortungkeine Wartung, vollständig gehostetkeine Wartung, vollständig gehostet
Konnektoren400+, plus generische HTTP-Anbindung für praktisch jedes Systemsehr breite Tool-Abdeckung, Fokus auf Mainstream-SaaSbreite Abdeckung, ähnlich Zapier
Komplexe Workflowsstark: Bedingungen, Schleifen, Code-Schritte, Fehlerbehandlungeher für lineare, einfache Ketten gedachtgut für verzweigte Szenarien, visuelle Flow-Ansicht
Einstiegshürdehöher, technisches Grundverständnis hilfreichniedrig, für Nicht-Techniker gedachtmittel, etwas technischer als Zapier
Vendor-Lock-ingering, Open Source, exportierbarhoch, proprietäre Plattformhoch, proprietäre Plattform

Wann A, wann B

n8n passt, sobald Datenhoheit eine Rolle spielt, etwa in Branchen mit Schweigepflicht oder bei Kunden, die grundsätzlich keine Kundendaten auf fremden SaaS-Servern wollen. Es passt auch, sobald Workflows mehrstufig werden, mehrere Systeme mit Bedingungen verknüpfen oder auf Dauer wachsen sollen: Die anfängliche höhere Einstiegshürde zahlt sich bei Komplexität und Volumen aus.

Zapier oder Make passen, wenn Sie eine einzelne, einfache Verknüpfung schnell selbst bauen wollen, ohne sich mit Server-Betrieb zu befassen, etwa „neue Google-Formular-Antwort landet in Slack”. Für Einzelpersonen oder sehr kleine Teams ohne technische Ressourcen im Haus ist der niedrigere Einstieg oft der entscheidende Vorteil.

Für unsere Kundenprojekte bauen wir standardmäßig auf n8n, weil die meisten Mittelstands-Workflows, die wir umsetzen, mehrere Systeme, Bedingungen und oft eine Self-Hosting-Anforderung kombinieren. Wo ein Kunde bereits erfolgreich mit Zapier oder Make arbeitet und nur einfache Ergänzungen braucht, sagen wir das auch ehrlich: Nicht jede Automatisierung braucht die volle n8n-Wucht.